05.05.2107
Mehr als 3000 Jahre für Gott und die Menschen

54 Franziskanerinnen von Münster St. Mauritz feiern im Mutterhaus Ordensjubiläen

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Festgottesdienst in der Mutterhauskirche!

    

Tausende von Jahren im Dienst an Gott und den Menschen haben die Franziskanerinnen von Münster St. Mauritz am Sonntag, 30. April, gefeiert und dafür gedankt. Denn an diesem Tag begingen sie in ihrem Mutterhaus in Münster die Ordensjubiläen von 54 Schwestern.

Zwölf Franziskanerinnen feiern ihr eisernes Jubiläum, da sie dem Orden seit 65 Jahren angehören. 23 Schwestern begehen ihr diamantenes Jubiläum (60 Jahre), 18 Schwestern ihr goldenes (50 Jahre) und eine Schwester ihr silbernes

Eine Gruppe der Goldjubilarinnen!

Eine Gruppe der Goldjubilarinnen!

Ordensjubiläum.

 

Viele von ihnen leben im Mutterhaus oder in den Altenheimen der Gemeinschaft. Aber auch Schwestern aus Kiel, Berlin, Lingen, Telgte und Hinsbeck sind unter den Jubilarinnen.

Das Festhochamt in der Mutterhauskirche feierte Pater Michael Plattig OCarm als Hauptzelebrant mit den Franziskanerinnen und ihren Gästen. Gleich zur Begrüßung stellt er ein eindrucksvolles Rechenexempel an. „Mit all den Jubilarinnen sind 3085 Jahre Ordensleben sind hier versammelt, eine gewaltige Zahl“, sagte er. Musikalisch gestaltete der Mutterhauschor die Feier mit.

Im Anschluss an die Heilige Messe freuten sich die Jubilarinnen über unzählige Glückwünsche. Grußworte sprachen Generaloberin Sr. Sherrey Murphy, Provinzoberin Sr. Herbertis Lubek, Provinzoberin und Klaus-Heinrich Rahe, Mitglied der Weggemeinschaft.

 

Zauberin brachte viel Fröhlichkeit!

Zauberin brachte viel Fröhlichkeit!

Am Nachmittag unterhielt eine Bauchrednerin und Zauberin Besucher und Jubilarinnen. Für letztere stehen in nächster Zeit noch die Feiern in ihren jeweiligen Konventen mit ihren Angehörigen an.

 

 

 

03.05.2017
50 Jahre im Dienst für Kirche und Menschen

Pater Gisbert, Schwester Gordia und Schwester Patricia feiern ihr Goldenes Jubiläum

Ein bisschen aJubilareufgeregt sind sie schon, schließlich ist ihr Jubiläum ein ganz Besonderes: Vor 50 Jahren sind Schwester Gordia und Schwester Patricia in den Orden der Franziskanerinnen eingetreten. Vor 50 Jahren empfing Pater Gisbert die Priesterweihe. Sie freuen sich, diese Ereignisse gemeinsam mit Familie, Freunden, Mitschwestern und Mitbrüdern sowie den Hospitalmitarbeitern zu feiern. Im Gespräch mit den Dreien wird schnell klar: Sie lieben ihren Beruf, ihre Berufung und würden den Weg jederzeit wieder gehen: „Es ist ein besonderes Geschenk, dass wir das erleben dürfen“, sind sie sich einig. Eigentlich haben die drei Jubilare das Rentenalter schon erreicht. Aber sie freuen sich, noch im St. Franziskus-Hospital arbeiten zu können. „Es ist schön hier und es bereitet uns jeden Tag viel Freude, warum hätten wir dann mit 63 aufhören sollen?“.
Schwester Gordia lässt es seit einiger Zeit allerdings etwas ruhiger angehen: „Ich arbeite nur noch halbe Tage, um auch etwas Freizeit genießen zu können“. Ihre Tage sind aber trotzdem gut gefüllt. Sie steht bereits um 5.00 Uhr auf. „Ich könnte auch etwas länger liegen bleiben, aber ich starte den Tag gerne in Ruhe“. Um 6.30 Uhr ist Laudes, danach heilige Messe. Von 8.00 bis 11.30 Uhr hat sie Dienst an der Pforte, den Nachmittag verbringt Schwester Gordia gerne in der Natur. Nach dem Rosenkranzgebet, der Vesper und einem gemeinsamen Abendessen mit ihren Mitschwestern endet ihr Tag. Die gebürtige Schermbeckerin arbeitet seit mittlerweile 32 Jahren im St. Franziskus-Hospital. „Ich gehöre hier schon zum Inventar“, scherzt sie. Bevor sie 1993 ihre Arbeit an der Pforte aufgenommen hat, war sie OP-Schwester. „Das hat mir immer viel Freude bereitet. Nur die Nachtdienste waren nicht so schön, denn früher ging es danach direkt mit einer Frühschicht weiter“, erzählt Schwester Gordia.

Die Tage von Schwester Patricia sind ähnlich strukturiert, allerdings ist sie auch noch nachmittags im Dienst. Die gelernte Krankenschwester arbeitete 20 Jahre als Stationsleitung in der Orthopädie. Seit mittlerweile zehn Jahren begleitet und betreut sie als Seelsorgerin Patienten und ihre Angehörigen u.a. auf der Palliativstation. „Oft rede ich gar nicht viel, sondern bin einfach nur für die Menschen da, halte ihre Hände. Sie können bei mir loswerden, was immer sie auf dem Herzen haben“. Schwester Patricia ist häufig auch in der Hospitalkapelle anzutreffen. Das ist für sie ein Ort der Begegnung, der Tränen und Trauer, aber auch der Zuversicht. Sie drängt sich den Besuchern der Kapelle nicht auf, sondern versucht ihnen im Stillen das Gefühl zu vermitteln, nicht allein zu sein. Ihr Job kostet sie zwar viel Kraft, aber sie wird dadurch „jeden Tag beschenkt“. Wenn Menschen und Erlebnisse sie nicht loslassen, spricht sie mit den Kollegen der Seelsorge.

Der Austausch mit dem Team ist auch für Pater Gisbert sehr wichtig, um das Erlebte zu verarbeiten. Er wurde am 11. März 1967 zum Priester geweiht. Nachdem er zunächst in Süddeutschland eingesetzt wurde, führte ihn sein Weg Mitte der 70er Jahre nach Münster, wo er über 20 Jahre in der Raphaelsklinik als Seelsorger tätig war. 2001 begann er im St. Franziskus-Hospital, wo er seitdem mit viel Engagement im seelsorgerischen Team tätig ist. „Ich bin dankbar, dass Gott mir die Gabe, Priester zu sein, geschenkt hat und für die Menschen, die mich bisher begleitet haben und denen ich begegnen durfte“, erzählt Pater Gisbert. Der 78-Jährige hat feste Rituale. Wenn sein Wecker um 5.45 Uhr klingelt, schaltet er das Radio ein und hört die Morgenandacht. Danach macht er einige Übungen um sich fitzuhalten, frühstückt und beginnt um 9.00 Uhr den Besuch auf den Stationen. Sein Tag endet mit einem Gottesdienst um 18.15 Uhr – den Abend nutzt er meist, um auf den Tag zurückzublicken und das Positive festzuhalten. Frei hat er nur an Sonntagen, wenn der Gottesdienst beendet ist. Dann geht er gerne Wandern oder Radfahren. Allmählich macht er sich auch Gedanken um das Aufhören. Wann er seine Tätigkeit als Seelsorger beendet, hat er zwar noch nicht geplant, für die Zeit danach hat er aber schon Pläne: „Die Kultur ist in den letzten Jahren viel zu kurz gekommen, das soll sich ändern. Ich möchte wieder häufiger das Theater besuchen und ins Museum gehen“.

Neben den vielen einfühlsamen Gesprächen, die Pater Gisbert und Schwester Patricia täglich führen, sprechen sie Gebete mit und für die Patienten, bieten die Krankensalbung zu jeder Tages- und Nachtzeit an und erfüllen, wenn es möglich ist, die letzten Wünsche der Patienten. Neben den Patienten und ihren Angehörigen sind die Seelsorger auch für alle Mitarbeiter da. „Jeder erlebt während der Arbeit oder im privaten Umfeld manchmal schwierige Situationen. Die Mitarbeiter sind jederzeit bei uns und unseren Kollegen der Seelsorge willkommen, über ihre Belastung zu sprechen oder auch schöne Momente mit uns zu teilen“, betonen Beide.

Für die Zukunft wünschen sich die Jubilare vor allem Gesundheit, um noch möglichst lang für andere Menschen da sein zu können. „Ich wünsche mir außerdem innere Kraft, um die Jahre des Alterns zu bewältigen und bin froh, dass mich dabei gute Freunde begleiten“, schließt Pater Gisbert das Gespräch ab.


Predigt zu Neujahr, Übertragung im DLF

Liebe Schwestern und Brüder hier in der Kirche, liebe Hörerinnen und Hörer!

Die Leseordnung stellt uns am Beginn des Jahres Maria vor Augen und zwar in einer ganz bestimmten Situation. Die Hirten kommen und erzählen, was ihnen über das Kind gesagt worden ist. Die Reaktion aller, die es hörten, so schreibt Lukas, war Staunen und Verwunderung. Nur von einer Person, von Maria wird mehr berichtet, sie wird durch ein „aber“ im Text deutlich von den anderen unterschieden und von ihr heißt es: Sie „bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach.“ Wichtig ist hier die Wortwahl, bei Maria ist es nicht nur Staunen über die Worte, sondern über alles, was geschehen war, d.h. die ganze Situation, wie sie sie erlebt hatte, alle Eindrücke, die auf sie eingeströmt waren, alles was sie bewegt hat, bewahrt sie und denkt darüber nach und zwar nicht im Kopf, sondern im Herzen. Das griechische Wort „symballein“, das Lukas verwendet und das die Einheitsübersetzung mit nachdenken wiedergibt, hat viele Bedeutungen. Nachdenken wird bei uns eher kopflastig verstanden. Deshalb wählen andere Übersetzungen z.B. „erwägen“ oder „in Gedanken bewegen“, um deutlich zu machen, dass ein ganzheitlicher Vorgang beschrieben ist, denn das Herz ist das Wort für die Mitte einer Person. Von der Mitte her nachdenken, d.h. mit Hirn und Herz, mit Verstand und mit Gefühl. Und Herz meint auch ganz tief und existenziell darüber nachdenken, nicht als Gedächtnissport, nicht als Spiel sondern im Innersten betroffen und bewegt über das Leben nachdenken mit der Hoffnung, dass dabei ein Licht aufgeht, eine Erkenntnis sich durchsetzt.

Das kann manchmal, auch kämpfen bedeuten, sich auseinandersetzen im Herzen, auch das ist eine Bedeutung des griechischen Wortes „symballein“.

Damit beschreibt Lukas das, was spätere Jahrhunderte Betrachtung oder Meditation nennen. Allerdings beschreibt es Lukas in der ursprünglichen Form ohne Aufwand, ohne Technik, ganz einfach und selbstverständlich.

Es ist kein Zufall, dass dieser Text der Hl. Schrift am Anfang des Jahres steht. In der Haltung Mariens wird deutlich, was im Leben, in diesem neuen Jahr, ein wichtiger Vorsatz wäre, nämlich sich in dieser Haltung des Nachdenkens im Herzen zu üben und sein Leben aus der Betrachtung der Ereignisse auf dem Hintergrund des Glaubens zu gestalten. Das bedeutet, nicht die Sinne zu betäuben, sondern hellwach alles aufzunehmen, was um uns geschieht, nicht nur äußerlich, nicht nur wie ein Computer die Daten registrierend, sondern innerlich schauend und hörend und riechend und tastend und schmeckend, mit dem Herzen, um das Wesentliche, das Wichtige zu erkennen.

Das heißt sensibel und empfindsam zu werden auch nach innen, in sich hineinhorchen, die Bewegungen des Herzens wahrzunehmen. Es heißt auch, ein Gespür zu entwickeln für meinen Körper und seine Reaktionen, die Wirkungen der Ereignisse erspüren.

Die Wahrnehmung wird dadurch erweitert und vertieft, man könnte von Bewusstseinserweiterung, nicht durch Drogen, sondern durch die geistliche Übung der Betrachtung, der Meditation sprechen.

Das alles nun aber nicht frei schwebend im Raum, zum Zeitvertreib, sondern zielgerichtet, denn es geht um die Gestaltung und Veränderung des Lebens. Maßstab für uns Christen ist das Leben und die Botschaft Jesu Christi. Also nicht einfach eine Nachdenklichkeit, sondern wie schon bei Maria ein Nachdenken über das Leben auf dem Hintergrund der Botschaft von der Menschwerdung Gottes, der Botschaft des Heils. Die Betrachtung des Lebens im Glauben ist die Herausforderung eines besonnenen und wachsamen christlichen Lebens. Aus diesem Bemühen erwachsen Erkenntnis, Kraft und Segen, eine Ahnung vom Reich Gottes und der Mut zur Veränderung.

Gerade in unserer derzeitigen Lage und im Blick auf die anstehenden politischen Entscheidungen und Wahlen in diesem Jahr, wünschte ich mir die beschriebene Haltung auch bei allen, die Verantwortung tragen in Politik, Gesellschaft und Kirche wie bei Bürgerinnen und Bürgern. Besonnenheit, Wachsamkeit und Nachdenklichkeit, keine Schnellschüsse, keine Parolen und dumpfen Sprüche. Unsere Wirklichkeit lässt sich nicht auf eine SMS oder Twitterbotschaft, auf eine Zeitungsüberschrift oder eine Parole auf Transparenten reduzieren, sie ist wesentlich komplizierter und jede Vereinfachung geht immer auf Kosten der Menschlichkeit in unserer Gesellschaft. Besonnenheit und Nachdenken ist nicht nur den Christinnen und Christen aufgetragen, sondern ist erste Bürgerpflicht, soll Demokratie entwickelt werden und nicht in Gefahr geraten.

Schwestern und Brüder, die frohe Botschaft des heutigen Tages wird so gewissermaßen zu einem Gebot der Stunde des beginnenden neuen Jahres: es gilt, die Ereignisse in unserem Leben, in unserer Gesellschaft ausreichend im Herzen zu erwägen, bevor jeder und jede von uns etwa politische Entscheidungen trifft oder ein Kreuz bei der Wahl macht. Halten sie dabei bitte immer präsent, dass es bei allen wichtigen politischen Entscheidungen immer um Menschen geht, um Schicksale und nicht um Statistiken, Zahlen oder gar Befindlichkeiten und Stimmungen.

Mir schiene dies der einzig sinnvolle Vorsatz am Beginn dieses Jahres, uns mehr um diese innere Erkenntnis zu bemühen, der Stille nicht auszuweichen und unser Herz wieder wahrzunehmen, denn, wie heißt es bei Saint-Exupery so richtig im Kleinen Prinzen: „Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ AMEN

Pater Michael Plattig O.Carm.


Predigt zu Heiligabend

Liebe Schwestern und Brüder,
als erste Lesung haben wir heute ein Stück aus der Vita Brevior des Thomas von Celano gehört, das aus seiner sog. ersten Lebensbeschreibung bekannte Ereignis von Greccio, wohl die erste Krippenfeier mit lebendigen Darstellern.
Diese Vita Brevior wurde erst 2015 entdeckt und bietet eine kürzere Fassung des Geschehens.
Darin wird von einem tugendhaften Mann erzählt, der eine Vision hatte. „Dieser sah“, so der Text, „ nämlich in der nämlichen Krippe ein lebloses Kind liegen, zu dem der Heilige Gottes (Franziskus) hinzutrat und es gleichsam wie aus tiefem Schlaf in kurzer Zeit aufweckte. Zu Recht erschienen Kind und Knäblein dem, der die Kindheit Christi von neuem ins Gedächtnis rief, denn durch seinen Diener wurde es ins Gedächtnis vieler zurück gebracht, in deren Herzen es in Vergessenheit geraten war.“
Damit unterstreicht die Geschichte den Sinn der jährlichen Weihnachtsfeier, die Auffrischung unserer Erinnerung, gleichsam die Wiederbelebung des schlafenden Kindes in der Krippe. Und dies geschieht, auch das kein Zufall, im Herzen als dem Zentrum des Menschen. Ins Gedächtnis rufen bedeutet nicht einfach, sich an eine Geschichte, an ein Ereignis zu erinnern im Sinne des Wissens, sondern Erinnerung im Herzen meint, sich der Bedeutung der erinnerten Geschichte gewahr zu werden. Bliebe es ein rein äußerliches Erinnern, bliebe das Kind ein schlafendes Kind oder wie in unserer Krippe eine Figur.
Wach und lebendig wird es erst, wenn im Herzen die Bedeutung dieses Kindes, seine Botschaft für mich deutlich wird.
Mir scheint, dass gerade heute im Jahr 2016 wo das Weihnachtsfest in Deutschland überschattet wird vom Terroranschlag in Berlin, diese Erinnerung im Herzen bedeutsam ist.
Was zeigt denn Gott mit seinem Handeln?
Er setzt ein Zeichen und wird als Kind geboren.
Hilflos und in Armut beginnt er sein Erlösungswerk.
Die ersten, die ihm begegnen sind nicht die Mächtigen, sondern arme Hirten.
Gott setzt der Gewalt die Hilflosigkeit und Hilfsbedürftigkeit eines Kindes entgegen, er begegnet der Macht mit Ohnmacht, der Rache mit Vergebung und dem Hass mit Barmherzigkeit.Er schickt eben nicht die himmlischen Streitkräfte, er kommt selbst und er kommt als Kind.
Und doch, das betont der Prophet Jesaja unüberhörbar, auf diesem Kind liegt die Hoffnung, die Herrschaft, es schafft Recht und Gerechtigkeit und sein Friede hat kein Ende.
Die dröhnenden Stiefel und die blutbefleckten Mäntel haben trotz allem keine Zukunft, sie werden ein Fraß des Feuers.
Am Ende siegt das Kind, das letzte Wort behält der sterbende Christus am Kreuz, die entscheidende Botschaft ist die des Lebens und nicht die des Todes.
Das ist die Hoffnung, die an Weihnachten wieder aufleuchtet und auch wenn es angesichts unserer Weltlage vage, vielleicht sogar utopisch scheint, haben wir am Ende keine andere Hoffnung als Jesaja, dass der leidenschaftliche Eifer des Herrn es vollbringen wird.
Und diese Hoffnung, und auch das ist doch verrückt, ruht auf einem Kind, einem der hilflosesten Geschöpfe der Schöpfung, die Hoffnung ruht auf den Schultern eines Neugeborenen.
Deutlicher könnte der Kontrast zu Gewalt und Terror, zu Machtdemonstration und militärischer Stärke nicht sein.
Und gerade deswegen, Schwestern und Brüder, gerade wegen dieses Kontrastes wirkt die Hoffnung gar nicht mehr so verrückt oder utopisch, denn was sollte am Ende wirklich den Frieden schaffen: Terror, Gewalt, Militär oder Ohnmacht, Vergebung, Barmherzigkeit?
Die Engel Gottes, die himmlischen Heerscharen, jedenfalls singen beim Kind in der Krippe: „Verherrlicht ist Gott in der Höhe, und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade.“
Möge dieses Kind wieder erwachen und lebendig werden in unseren Herzen, damit der Friede eine Chance hat. AMEN
Pater Michael Plattig OCarm

 

6.12.2016
Böhmische Hirtenmesse

12.07.2016
Franziskanerinnen verlassen den Stift Tilbeck, WN Bericht

Keine Schwestern mehr in Tilbeck „Vor Gott sind alle Menschen gleich“

 

Generalvikar Dr. Norbert Köster (Mitte) zelebrierte den Gottesdienst in der Tilbecker Kapelle. Foto: Bettina Laerbusch

Havixbeck – 

Bewohner und Mitarbeiter im Stift Tilbeck haben zusammen mit vielen Gästen aus Kirche und Politik feierlich „ihre“ Franziskanerinnen verabschiedet.

Von Bettina Laerbusch

Die Sonne ließ die bunten Kirchenfenster der Tilbecker Kapelle erstrahlen, wie es kein künstliches Licht dieser Welt vermocht hätte. Der ganze Kirchenraum war mit Fröhlichkeit gefüllt – obwohl der Anlass, den Besucher, Bewohner und Mitarbeiter am Dienstagmorgen in dieser wunderbaren Kirche zusammengeführt hatte, ganz sicher kein fröhlicher war: Nach fast 120 Jahren wurde am 12. Juli 2016 der Tilbecker Schwersternkonvent aufgelöst. Offiziell. Und endgültig.

„Ich glaube, das ist heute ein ganz trauriger Tag“, sprach Generalvikar Dr. Norbert Köster im Gottesdienst aus, was jeder in der Kirche fühlte. Doch es gelang Köster ganz schnell, denjenigen, die bleiben (Bewohner und Mitarbeiter), und denjenigen, die aus Altersgründen gehen müssen, Mut zu machen. Im Lukas-Evangelium war zuvor von den Fischern, deren Netze einfach leer bleiben, die Rede. Gott ruft sie auf, trotz der Dunkelheit das Netz noch einmal auszuwerfen – und es füllt sich. Das, was im Stift Tilbeck jetzt passiere, sei „ganz typisch für die gesamte Kirche“, sagte Köster. Und er fügte mit sehr viel Zuversicht in der Stimme hinzu: „In dieser Zeit müssen Netze neu ausgeworfen werden.“

Den ersten und stärksten Applaus des Tages gab es, als Norbert Köster direkt im Anschluss an seine Predigt die versammelten Gottesdienstteilnehmer dazu auffordert, zu klatschen, „als Dank“ für die Franziskanerschwestern. „Ohne die Schwestern gebe es Stift Tilbeck nicht.“ Laut war der Applaus, lange dauerte er an – und er kam aus den Herzen. Mehrere Bewohner waren als Messdiener im Einsatz, und auch die Lesung trug eine Bewohnerin vor: Monika Egold.

Fotostrecke

Foto: Bettina Laerbusch

Vier Schwestern leben zurzeit noch in Tilbeck, sie werden innerhalb der nächsten 14 Tage Tilbeck verlassen und in andere Konvente gehen. Über 20 Ordensfrauen bereicherten aber das Abschiedsfest, unter ihnen Schwester Dietmara, die als Zahnärztin im Stift tätig war. „Viele Schwestern im Ruhestand haben noch Kontakt zu Bewohnern und Angehörigen“, unterstrich Schwester Herbertis, Provinzoberin der Franziskanerinnen Münster-Mauritz, die tiefen Bindungen, die die Schwestern nach wie vor zum Stift und zu den Menschen dort haben. Der Abschied müsse jetzt leider sein – aus Altersgründen.

Von einer Zäsur sprach Schwester Engelhardi, Leiterin des Konventes Stift Tilbeck. Bernward Jacobs, noch bis September Geschäftsführer, sprach sichtlich bewegt von einer „Ära, die zu Ende geht“. Die eine oder andere Träne deutete sich an, als zum Sonnengesang des heiligen Franziskus Fotos der Schwestern aus vielen, vielen Jahrzehnten an die Wand projiziert wurden. Die Festgemeinde sah die Schwestern mit Kindern auf dem Arm, bei der Behandlung von Kranken, beim Flicken eines Fahrradreifens (zu Dritt), im Garten oder beim Karnevalfeiern. Ludwina Wilken, Mitglied des Mitarbeiterteams in Tilbeck, hatte die „Szenen der Erinnerung“ zusammengestellt – und bekam zum Dank einen Blumenstrauß von Thomas Kronenfeld, der zusammen mit Ruth Meyerink die Geschäftsführung zum 1. Juli übernommen hat. Ruth Meyerink überreichte jeder Schwester eine rote Rose.

„Vor Gott sind alle Menschen gleich – deshalb begrüße ich niemanden namentlich“, hatte Tilbeck-Seelsorger Hermann Kappenstiel zu Beginn des Gottesdienst fröhlich gesagt. Er hätte zum Beispiel Landrat Christian Schulze Pellengahr nennen können oder Havixbecks langjährigen Bürgermeister Klaus Gottschling oder auch dessen Nachfolger Klaus

 

06. und 07.07.2016
Unterkurs der Auszubildenden zur Gesundheits-, Kinder- und Krankenpflege im Mutterhaus

An diesen zwei Tagen luden die Franziskanerinnen den Unterkurs der Auszubildenden zur Gesundheits-, Kinder- und Krankenpflege aus dem St. Franziskus-Hospital in Münster und dem St. Rochus-Hospital in Telgte ins Mutterhaus ein. Die jungen Mitarbeiter bekamen einen Einblick in Franziskanisches Leben, das Leben der Ordensgemeinschaft der Mauritzer Franziskanerinnen und deren Geschichte.

So wurde der direkte Bezug des Ursprunges der Franziskanerinnen zum Tun der Auszubildenden hergestellt. Sowohl die Erläuterung der Bedeutung des „Taus“, welches alle Eingeladenen an ihrem Namensschild tragen, als auch die Erklärung des Sonnengesanges des heiligen Franziskus machten aktuelle Bezüge deutlich:

„Gelobt seist du, mein Herr, durch jene, die verzeihen um deiner Liebe willen und Krankheit ertragen und Drangsal. Selig jene, die solches ertragen in Frieden, denn von dir, Höchster, werden sie gekrönt werden.“ (Auszug einer Strophe)

Nach diesem theoretischen Exkurs hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, das Mutterhaus von der Kirche bis zum Museum zu besichtigen.

Auszubildende Gesundheits- Kinder- und Krankenpflegerinnen St. Franziskus-Hospital, St. Rochus-Hospital Mutterhaus Exerzitiensaal Mutterhaus Auszubildende St. Franziskus-Hospital St. Rochus-Hospital Sr. Hiltrud