21.07.2017
Franziskus-Relief am St. Franziskus-Hospital

Einsegnung Franziskus-Relief am St. Franziskus-Hospital

Ein bronzenes Franziskus-Relief, das vor Jahrzehnten bereits im alten Eingang des Krankenhauses angebracht war, hat vor Kurzem am FranziskusCarré einen neuen Platz gefunden. Gemeinsam mit der gegenüberliegenden Franziskus-Statue wird der Eingangsbereich des St. Franziskus-Hospitals nun würdig eingerahmt.

Vertreter des Hospitales, Ordensschwestern der Mauritzer Franziskanerinnen und der Künstler Werner Jakob Korsmeier (3.v.r., vorne) mit seiner Familie freuen sich über den neuen Ort des bronzenen Reliefs am Haupteingang.

Impression vom Relief

Mit einem geistlichen Impuls, an dem auch der Künstler Werner-Jakob Korsmeier selbst teilnahm, wurde das Franziskus-Relief an seinem neuen Ausstellungsort eingesegnet. Viele Mauritzer Franziskanerinnen nahmen an der Feierstunde teil und freuen sich, dass das Kunstwerk wieder öffentlich wahrgenommen werden kann.

Werner-Jakob Korsmeier fertige das ca. 500 kg schwere Relief 1975/1976 im Auftrag des Generalates für den Hospitaleingang an. Nach Umbauarbeiten wurde es für das Foyer zu groß und wurde eingelagert. Nun hat es seinen neuen Wirkungsort gefunden und grüßt alle Menschen, die den Haupteingang des Hospitals nutzen. Die zentrale Darstellung des Reliefs zeigt, wie Franz von Assisi durch einen Engel an Brust, Händen und Füßen die Wundmale Jesu empfängt. Daneben wird dargestellt, wie sich Franziskus mit besonderer Zuwendung um einen Kranken bzw. Aussätzigen kümmert.

19.06.2017
Franziskanerinnen verlassen nach 132 Jahren Mettingen

„Sie gehören zur DNA der Mettinger Einrichtungen und in Zukunft müssen wir versuchen, ohne Sie auszukommen“, brachte es Dietmar Imhorst vom Vorstand der Stiftung Mathias-Spital auf den Punkt. Während seiner Dankesrede im Haus Telsemeyer in Mettingen, bei der Verabschiedung der Schwestern aus der Mettinger Reha-Klinik und dem Altenheim Maria Frieden, dankte Imhorst den Mauritzer Franziskanerinnen für 132 Jahre, in denen die Schwestern die Sympathie, das Vertrauen und die Gunst der Mettinger Bevölkerung gewonnen hatten. Mit Sr. M. Rita, Sr. M. Walfriede sowie Sr. M. Friederica verließen am vergangenen Sonntag die letzten drei Mauritzer-Schwestern Mettingen. Im Dankgottesdienst in der St. Agatha Kirche dankte Pfarrer Timo Holtmann den Frauen für ihren aktiven Dienst in Mettingen. „Die Schwestern sind über Generationen hinweg mit den Mettinger Familien und deren Vorfahren verbunden gewesen“, sagte Holtmann. 132 Jahre St.-Elisabeth-Hospital in Mettingen bedeuten auch 132 Jahre Pflege der Kranken durch die Schwestern der Franziskanerinnen von St. Mauritz in Münster. Am 27. Januar 1885 traten die ersten drei Schwestern ihren barmherzigen Dienst in Mettingen an. Damals hatte das stille, menschenfreundliche Wirken der Franziskanerinnen in immer weiteren Kreisen Eindruck gemacht. So baten die Gründer der Mettinger Einrichtung um die Übersendung von Schwestern und damit um Errichtung einer neuen Ordensniederlassung. Im Winter 1885 traten Schwester Oberin Claudia und die Schwestern Flaviane und Clementia ihren Dienst in der Tüöttengemeinde an. Seit dieser Zeit wirkten die Mauritzer Schwestern segensreich in Mettingen, pflegten, betreuten und munterten Patienten, Kranke, Sterbende und Angehörige auf. Ihr selbstloser Liebesdienst prägte den Geist des Hauses.

Damals brachten die Schwestern einen großen Korb mit dem Notwendigsten und ihrem Hab und Gut mit. Den einstigen Weidenkorb der Schwestern voll mit Erinnerungen, Gaben und Lieblichkeiten aus Mettingen gab die Mathias-Stiftung den drei Schwestern am vergangenen Sonntag bei der Verabschiedung mit. Zur Erheiterung der zahlreichen Schwestern aus den verschiedenen Einrichtungen der Mauritzer Franziskanerinnen, der Vertreter der Mathias-Stiftung und der Mitglieder der St. Agatha-Gemeinde kam noch einmal die Ur-Schwester Clementia (gespielt von Annette Nagelmann-Knuf) zu Besuch und berichtete im Haus Telsemeyer von den schwierigen Anfängen der drei Schwestern. „Wir sind heute an einem Wendepunkt für die Einrichtung aber auch für unsere Glaubensgemeinschaft“, sagte die Mettinger Oberin Sr. M. Walfriede in ihrer Abschlussrede. Mit der Hoffnung unter dem Motto: „Lösch den Geist nicht aus“, seien Pastor Timo Holtmann und Kaplan Fabian Binoy Joseph in den vergangenen Jahren auf der Suche nach einer Lösung für das Altenheim und die Reha-Klinik gewesen. Bereits 2015 nahm Pfarrer Holtmann Kontakt zum indischen Erzbischof George Valliyamattam vom Bistum Thalassery in Indien auf. Daneben gab es Gespräche mit Verwaltungsleiter Hubert Baune, der Pflegedienstleiterin Rita Plogmann sowie der Stiftung Mathias-Spital. Letztlich stimmte die Provinzoberin der Francist Clarist Congregation Kerala zu, dass ein Teil der Franziskanerschwestern von Lingen nach Mettingen kommt. So übernehmen die indischen Ordensfrauen jetzt die Nachfolge der Mauritzer Franziskanerinnen in Mettingen. Neben Schwester Aleena und Schwester Linet, die bereits seit einiger Zeit in Mettingen sind, wird in wenigen Tagen Schwester Linda aus dem Lingener Konvent in Mettingen eintreffen. So bleibt der franziskanische Geist in den Einrichtungen erhalten. „Wir stellen unser Leben nicht unter Denkmalschutz, sondern sind immer wieder unterwegs zur Quelle“, endete Schwester Walfriede, die künftig im Pflegeheim St. Anna-Stift Kroge in Lohne sein wird. Bereits im letzten Oktober beendete Schwester Friederica ihren Dienst in Mettingen und lebt seit einiger Zeit im Schwesternheim in Nordwalde. Für Schwester Rita geht es zurück nach Telgte.

Zitat:

„Wenn man geht, lässt man ein Stück seines Herzens zurück“, so Sr. M. Herbertis (Provinzoberin)

Fotos und Text von Claudia Keller

Ein Abschied nach 132 Jahren. Einen Weidenkorb voller Mettinger Lieblichkeiten nahmen Sr. M. Rita (2.v.l.), Sr. M. Walfriede (4.v.l.) und Sr. M. Friederica (7.v.l.) mit aus Mettingen. Es dankten für den jahrlangen Einsatz die Vertreter aus der Mathias-Stiftung sowie der Kirchen und Kommunalgemeinde. Mit Schwester Linet (5.v.r.) und Schwester Aleena (2.v.r.) sind schon zwei indische Schwestern der Francist Clarist Congregation Kerala in Mettingen.

Ein Abschied nach 132 Jahren. Einen Weidenkorb voller Mettinger Lieblichkeiten nahmen Sr. M. Rita (2.v.l.), Sr. M. Walfriede (4.v.l.) und Sr. M. Friederica (7.v.l.) mit aus Mettingen. Es dankten für den jahrlangen Einsatz die Vertreter aus der Matthias-Stiftung sowie der Kirchen und Kommunalgemeinde. Mit Schwester Linet (5.v.r.) und Schwester Aleena (2.v.r.) sind schon zwei indische Schwestern der Francist Clarist Congregation Kerala in Mettingen.

13.06.2017
Wanderexerzitien in Bremerhaven

29.Mai 2017 – 02.Juni 2017

Mit der Bibel im Rucksack…

auf Entdeckung gehen – den Horizont erweitern – Abenteuer erleben

 

Am frühen Montagmorgen machten sich die TeilnehmerInnen der Wanderexerzitien auf den Weg nach Münster zum Mutterhaus der Franziskanerinnen. An der Mutterhauspforte wurden wir von Schwester Adelharda in Empfang genommen und zum Exerzitienraum geleitet, in dem um 07.30 Uhr gemein-sam mit Pfarrer Beese die Heilige Messe gefeiert wurde. Pfarrer Beese fand sehr gute Worte, um uns auf die Reise einzustimmen. Er gab uns zum Schluss den Reisesegen, segnete Bibeln und Rosenkränze, die uns während der Wanderexerzitien ständige Begleiter sein sollten.

NBremerhavenach einem Frühstück trafen wir uns bei strahlendem Sonnenschein vor dem Mutterhaus und erhielten von Schwester Adelharda einige Informationen zum Ablauf der Reise. Das Tagesthema des ersten Tages lautete Auf dem Weg“. Gedanken zu dem Wort Jesu sollten uns auf der Fahrt begleiten „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ Mit Bullis fuhren wir dann nach Bremerhaven. Schwester Cäcilia und Schwester Marietta, die jeweils einen der Kleinbusse begleiteten, gaben uns durch einen Meditationstext zu denken. „Gehen, aufbrechen, nach neuen Wegen suchen, umkehren, innehalten, sich neu orientieren…“ Aber besonders Bischof Klaus Hemmerle (1975-1994 Bischof von Aachen) hat in Anlehnung an die Seligpreisungen der Bergpredigt Gedanken geäußert mit der Bezeichnung, „Der Weg in die Seligkeit“, die uns bei unserem Gespräch bewegt haben. Dort hieß es z.B. „Selig, die das Interesse des anderen, der mit auf dem Weg ist, lieben wie das eigene Interesse, denn sie werden Frieden und Freiheit stiften. Selig, die ihre Position in Begegnungen auf dem gemeinsamen Weg nicht ausnutzen, denn sie werden das Klima prägen…“

Im Anschluss an diesen Gedankenaustausch beteten wir zwei Gesätze des Rosenkranzes und bekamen dazu eine beschriftete Zeichnung eines Rosenkranzes. Anhand dieser Zeichnung ist es uns sehr gut möglich, unseren Kindern oder Enkelkindern das Beten des Rosenkranzes nahe zu bringen. Bei einem Picknick während unserer Fahrt fand ein Austausch unserer Erfahrungen in der Gruppe statt.

Nach Ankunft in Bremerhaven bezogen wir schöne Zimmer im Hotel Adena und machten uns – nach einer kurzen Pause – auf den Weg in die Kranken- haus-Kapelle des St. Josef-Hospitals, in dem Schwester Cäcilia und Schwester Marietta lange Jahre tätig waren, ebenso wie zuvor schon einige Jahre

Schwester Adelharda. In der mit wunderschön gestalteten Fenstern ausgestatteten Kapelle meditierten wir zu ruhiger Musik und in stiller Atmosphäre. Das nebenstehende Bild der Kapelle zeigt allen Schwestern, die einmal in Bremerhaven waren, dass diese Kapelle noch so erhalten ist Kapelle Brem,wie beim Abschied der Schwestern von ihrer Tätigkeit im St. Josef-Hospital. Auch der heilige Josef hält noch Wacht.

Von Schwester Adelharda erhielten wir Erläuterungen zum Thema:

Bibel lesen – Bibel besser verstehen durch Lesen der Bibelstellen im Kontext – Bibelstellen finden mit Hilfe der Konkordanz…

Auflistung „Bücher der Bibel“.

Danach nahmen wir uns Zeit, die Fenster zu betrachten, durch die das Licht in strahlenden Farben in die Kapelle fiel. Schwester Cäcilia und Schwester Marietta gaben uns einige Informationen und Erklärungen zu den Heiligen, die in den Fenstern abgebildet sind und auch zum Fenster mit der Abbildung des „Sonnengesanges des heiligen Franziskus“.

Ein anschließender Spaziergang führte uns bei immer noch strahlendem Sonnenschein an den Deich, zu einem kleinen Leuchtturm an der Weser. Hier bekamen wir ein Bild des Isenheimer Altars mit dem Abbild Johannes des Täufers und der Kreuzigungs-Szene ausgehändigt. Johannes der Täufer – Weg-Weiser für Jesus Christus – lautete das Thema der Meditation und des regen Gespräches. Beim an-schließenden Spaziergang an der Weser entlang, konnten wir uns weiter zum Thema Weg unterhalten oder uns auch still unsere Gedanken dazu machen.

Das Abendessen in einem italienischen Restaurant schmeckte uns allen sehr gut. Auf unserem Rückweg wählten wir noch auf einer gemütlichen Bank den schönen Blick auf die Weser und beschlossen diesen Tag mit Bildern und Sprüchen, die in einem Büchlein zum Tagesthema „Weg“ gesammelt waren. Jeder hat „sein Lieblings-Weg-Bild“ mit dazu gehörigem Text kurz vorgestellt und erläutert, warum er sich gerade durch dieses Bild angesprochen fühlte. Es wurden viele interessante Gedanken mitgeteilt. An diesem Abend schliefen wir wohl alle mit dem Gedanken ein: „Was werden wir wohl morgen erleben?“

Am nächsten Morgen fuhren wir nach einem sehr leckeren, reichhaltigen Frühstück nach Imsum zum Ochsenturm. Unser Tagesthema war die „Schöpfung“. Auf der Fahrt durch den Hafen von Bremerhaven bestaunten wir die riesigen Schiffe und das riesige Hafengelände. Am Ochsenturm angekommen, versammelten wir uns am Deich und machten uns unter der Führung von Schwester Cäcilia zu Fuß auf den Weg nach Wremen. Die Wanderung durch die wunderschöne Natur –Wasser der Weser, Watt, Grün des Deiches – aber auch die Stille in dieser Natur ließen unsere Gedanken zur Ruhe kommen. Bei der Ankunft in Wremen erwarteten uns Schwester Adelharda und Schwester Marietta. Wir stärkten und erholten uns bei warmen Getränken und dem einen oder anderen Stück Kuchen, bevor wir einen kurzen Spaziergang zum kleinen Leuchtturm machten. Dort erhielten wir unseren nächsten Impuls: Die Erschaffung der Welt – die Schöpfungserzählung. Nach einer kurzen Einführung durch Schwester Adelharda las jeder still für sich den Bibeltext. Dann hatten wir Zeit, uns – jeder für sich –Gedanken zum Text zu machen. Was war für uns eine wertvolle, eine wichtige Stelle in der Schöpfungserzählung? Für welche Zeichen in der Natur bin ich dankbar?

Es war wohltuend, in der Ruhe und Stille am Wasser über die Schöpfung nachzudenken. Wir hatten einen wunderschönen Teil der Schöpfung direkt vor Augen. Es erfolgte ein anregender Austausch in der Gesamtgruppe.

Einige Gedanken:

– Gott hat die Welt so vielfältig geschaffen, Tag und Nacht, Wasser und Land, Tiere und Pflanzen….

– Gott hat das Licht geschaffen, ohne Licht wäre es nicht schön auf der Welt, alle Lebewesen brauchen das Licht, um zu wachsen und zu gedeihen, wir Menschen, die Tiere, die Pflanzen…

– Gott hat erkannt, dass man nach fleißiger Arbeit eine Ruhezeit, eine Auszeit für den Körper, den Geist, die Seele braucht und hat den Sonntag zum Ruhetag erklärt.

Aber es kamen auch Gedanken auf wie:

– Gott hat dem Menschen die Erde geschenkt, er solle sie sich untertan machen. Aber was machen wir mit unserer wunderschönen Erde? Was tun wir unserer Erde an? Wie wird es mit der Erde, den Bewohnern weitergehen? Wie lange hält unsere Erde unser Fehlverhalten noch aus?

Nach dem Gedankenaustausch zur Schöpfungsgeschichte hielten wir ein Picknick am Deich. Dazu hatten wir aus der Hotelküche ein reichhaltiges Lunch-Pakete mitbekommen. Eine anschließende Ruhezeit nutzten wir zu einem weiteren Spaziergang oder auch zu einer stillen Zeit – oder auch zur Mittagsruhe. Gegen 15.00 Uhr fuhren wir zurück nach Bremerhaven.

Nach einer kurzen Pause spazierten wir zur Herz-Jesu-Kirche, Bremerhaven-Lehe. Pastor Markus Ganzauer hatte uns zu Kaffee und Kuchen ins Gemeindehaus eingeladen. Selbst hier gab es einen regen Austausch zu der Intention unserer Wanderexerzitien. Schwester Cäcilia und Schwester Mari-etta wurden – wie wir alle – freudig von Pastor Ganzauer begrüßt, denn heute hatte er Geburtstag. Nach dem Kaffee feierten wir mit Pastor Ganzauer die Heilige Messer in der Herz-Jesu-Kirche. In seiner Predigt fand er gute Worte über Gottes Schöpfung, der Welt und das Wort „Herrlichkeit – herrlich“, welches in unserem Sprachgebrauch leider durch andere Worte fast verdrängt wurde. Vielleicht gebrauchen wir es nun wieder öfter? Nach der heiligen Messe hielten wir eine kurze eucharistische Anbetung in den vielen Anliegen der Welt, unserer Familien und für uns persönlich. Schwerpunkt war auch unser Gebet um Berufung von Priestern und Ordensleute.

Unser Abendessen nahmen wir in einem chinesischen Restaurant ein. Wir stellten fest, dass unter uns bereits ein tolles Gemeinschaftsgefühl entstanden war. Aus einigen sich fremden Menschen hatte sich sehr schnell eine Gruppe mit starkem Zusammenhalt gebildet. Wir fühlten uns miteinander sehr wohl. Beim Essen teilte Schwester Adelharda uns mit, dass wir am nächsten Morgen etwas früher in unsere Unternehmungen starten würden. Um 07.30 Uhr würde uns der Bus zu einem wunderschönen Erlebnis abholen. Nun waren wir alle neugierig. Schwester Cäcilia meinte, dass es wohl gut wäre, eine Jacke und einen Schal, ein Tuch mitzunehmen. Noch neugieriger wollten wir gerne mehr wissen. Aber die Schwestern schwiegen alle beharrlich. Nein, der nächste Tag sei der Psssst-Tag und wir würden erst am nächsten Morgen Näheres erfahren. Gespannt auf die Überraschung am nächsten Tag spazierten wir zurück zum Hotel und schliefen unserem erlebnisreichen Psssst-Tag entgegen. Was würde uns erwarten?

Beim Frühstück am nächsten Morgen erzählte uns Schwester Adelharda von dem Ausflug durch die Schöpfung Gottes. Das Thema des Tages war „Meer…“. Wir stiegen freudig erregt in den Bus nach Cuxhaven-Sahlenburg zu einer Wattkutschfahrt zur Insel Neuwerk.

Unterwegs beteten wir das Morgenlob:

Psalm 23 Der gute Hirt – Psalm 8 Die Herrlichkeit des Schöpfers – die Würde des Menschen – In Stille meditierten wir das Lied „die Erde ist schön“.

Schwester Cäcilia gab uns dann interessante Informationen zum Watt und zur Insel Neuwerk. Wir trafen am Schillingshof in Sahlenburg ein. Von dort fuhren wir mit Pferdekutschen bis nahe an die Nordsee. Es war sehr kühl und auch sehr, sehr windig geworden. Die Sonne versteckte sich leider hinter den Wolken. Alle packten sich zusätzlich warm in die auf den Kutschen vorhandenen Decken ein. Wir warteten geduldig zusammen mit unseren Kutschpferden, Urmel und Flecki, Marina und Penny, auf die Dinge, die da kommen sollten. Unser Kutschfahrer hatte sich erkundigt und kam leider mit der Nachricht zurück, dass eine Watt-Überfahrt bis zur Insel Neuwerk wohl leider nicht möglich sein würde. Das Wasser hatte sich bei der momentanen Ebbe nicht weit genug aus dem letzten Priel (natürlicher Wasserlauf im Watt) vor der Insel Neuwerk zurückgezogen. So konnten wir nur den ersten Priel durchfahren aber nicht zur Insel Neuwerk. Ja, so ist es, der Mensch darf sich zwar die Erde untertan machen, schafft es aber nicht immer. Überall ist Gottes Wille, seine Gewaltigkeit, ausschlaggebend! Wir nahmen das Angebot des Kutschfahrers gerne an, eine Fahrt über das Watt durch den ersten Priel zu machen und dann wieder zurück zum Festland zu fahren, um durch die Heidelandschaft zurück zum Ausgangspunkt gebracht zu werden.

KutschfahrtIm Watt war es nochmal windiger und kälter und wir merkten sehr schnell, dass das Wasser noch sehr nahe und deshalb auch sehr tief war. Die Räder der Kutschen rollten komplett unter Wasser über den Wattboden, den Pferden stand das Wasser bis zum Bauch. Auch legten sich die Kutschen manchmal so schräg, dass ein erschreckter Aufschrei nicht zu vermeiden war. Man hatte das Gefühl, das die Kutsche jeden Moment kippen könnte. War das wirklich „ur“ ein Priel oder war das schon das Meer?

Dem Kutscher und auch seinen Pferden konnte man aber uneingeschränkt vertrauen. Das hatte der Kutscher auch genau gesagt: Er vertraut seinen Pferden und die Pferde vertrauen ihm. Ohne dieses tiefe Vertrauen funktioniert nichts. Wir in unserer Kutsche vertrauten außerdem auf Gott, denn in unserer Kutsche saßen Schw. Adelharda, Schw. Cäcilia und Schw. Marietta. Gott würde doch niemals eine Kutsche umkippen lassen, in der drei seiner Ordensschwestern saßen! Die drei braucht er doch auf unserer schönen Erde, genauso wie wir sie auch brauchen.

Unsere schöne Erde – wir sahen viel von ihr an diesem Tag. Eindrucksvoll erlebten wir das Watt, das Meer, den Wind, und all das immer mal von der Sonne angestrahlt. Danach wurden wir durch die schöne Heidelandschaft kutschiert. Es war zwar schade, dass wir nicht bis auf die Insel Neuwerk fah-ren konnten, aber so haben wir doch auch noch ein Ziel und können uns darauf freuen, diese spannende Kutschfahrt irgendwann noch einmal zu wiederholen.

Durchgefroren und aufgekratzt am Ausgangspunkt angekommen, machten wir uns auf die Suche nach einer Gruppen-Sitzgelegenheit im Warmen für unseren nächsten Impuls und landeten im Café Itjen – übrigens eine ausgezeichnete Gastfreundschaft – bei leckerer Torte und heißen Getränken. Dort erklärte uns Schwester Adelharda, wie man am besten einen Bibeltext liest. Wir bekamen dazu eine Anleitung ausgehändigt „Bibel teilen“. Wenn man anhand dieser Anleitung einen Bibeltext liest, wird man ihn besser verstehen und für sich umsetzen können. Nach diesen Erklärungen wurden einige aus unserer Gruppe für das Bibliodrama (kreativ-darstellen-de von Szenen der Bibel) eingeteilt, das nach einer Strandwanderung unter eigener Regie dargestellt wurde. In dem Bibliodrama ging es um die Szene der Befreiung des Volkes Israel aus Ägypten – passend zum Thema des Tages „Meer“ – und der Gewalt, die Gott über Wasser und die gesamte Schöpfung hat. Wir stellten die Unterhaltung zwischen Moses und dem Pharao sowie auch der Israeliten untereinander dar. Der Pharao ließ die Israeliten ziehen und Moses saß mit seiner Gruppe vor dem Roten Meer. Zum Bibelgespräch „er Durchzug durch das Rote Meer“ trafen wir uns nach der Rückkehr im Hotel. Auch hier entstand wieder ein interessanter, reger Gedankenaustausch. Die Einleitung mit einem Bibliodrama hatte uns schon gut in diesen Bibeltext eingeführt. Nach einem anstrengenden aber sehr erfüllten, interessanten und spannenden Tag konnten alle sehr gut schlafen.

Am nächsten Morgen spazierten wir nach dem Frühstück zur Kapelle im Hospital. Dort meditierten wir zum Morgenlob zu sehr schöner Panflötenmusik zum Thema Wasser und Taufe. Schwester Adelharda trug gemeinsam mit Schwester Cäcilia Texte vor, die zum Nachdenken anregten. Vorher hör-ten wir das Lied der Sängerin Bianca „die steckte eine Kerze an“ Hier der Text: „die Frau, die in die Kirche kommt ist blass und abgespannt, und dass sie ein Problem hat, das hab ich gleich erkannt. Sie zündet eine Kerze an und stellt sie auf den Altar. Wie oft hab ich das auch getan, wenn ich verzweifelt war. Für die Eltern, für die Kinder, für die Freunde, für den Mann. Für all das, was uns das Leben noch in Zukunft bringen kann. Für Gesundheit und für Menschen ohne Aussicht, ohne Geld, und vor allem für den Frieden, für den Frieden in der Welt…

Passend dazu steckten wir alle eine oder mehrere Kerzen an, sodass es vor der Mutter-Gottes-Statue mit dem Jesus-Kind und dem Vogel in der Hand wunderschön hell leuchtete.

Nach diesem wirklich ergreifenden Morgenlob spazierten wir durch Bremerhaven. Dort konnte jeder für sich noch einige Besorgungen erledigen. Bremerhaven ist eine sehr schöne Stadt, ein Wohlfühlort, von dem man sich sicher gerne ein Erinnerungsstück mit nach Hause nimmt.

Zu unserem nächsten Impuls trafen wir uns wieder am Pingelturm. Dort sprachen wir bei strahlendem Sonnenschein über einen Text, den eine Gruppe Jugendlicher zum Thema Taufe erstellt hatte. Wir waren überrascht, dass auch die Taufpaten in dem Text erwähnt wurden und sprachen darüber wel-che Bedeutung eigentlich die Feste wie Taufe – Erstkommunion – Firmung in den Familien haben, welchen Stellenwert und welchen „eigentliche Grund“ das jeweilige Fest hat.

Danach sprachen wir über die Bibelstelle „das Beispiel vom reichen Mann und vom armen Lazarus“, Lk 16, 19-31. Schnell hatten wir erkannt und freudig wahrgenommen, nicht der reiche Prasser, sondern der arme Lazarus lag in „Abrahams Schoss“. Den Bezug zu unserem Tagesthema „asser“ haben wir wohl erst spät erkannt. Der reiche Prasser bat Abraham: „Vater Abraham, hab Erbarmen mit mir und schick Lazarus, er soll die Spitze seines Fingers ins Wasser tauchen und mir die Zunge kühlen, denn ich leide große Qual in diesem Feuer!“ Es entstand in der Gruppe Stille. So wertvoll kann Wasser sein und…

Nach dem Gespräch gab es eine Zeit, um mit eigenen Gedanken dem Thema nachzugehen. Ein Treffpunkt wurde im Hotel vereinbart. Um 17.00 Uhr feierten wir noch einmal mit Pastor Markus Ganzauer eine Heilige Messe in der Kapelle des St.-Josef-Hospitals. Er predigte sehr gut zu unseren Themen und Erlebnissen, die wir ja mit ihm ausgetauscht hatten.

Nach der Heiligen Messe spazierten wir zum Segelschiff-Restaurant „Seute Deern“. Dort genossen wir ein herrliches Abendessen. Beim Essen unterhielten sich alle angeregt. Man spürte den guten Geist der Gruppe. Es war ein sehr schönes Gefühl. Immer wieder war die Bibel der „Mittelpunkt“ unserer Gespräche. Müde und zufrieden fielen alle ins Bett und schliefen dem letzten Tag entgegen.

Nach dem wieder einmal leckeren, reichhaltigen Frühstück machten wir uns ein letztes Mal auf den Weg zum Morgenlob in die Kapelle des St. Josef-Hospitals. Nach dem Morgenlob haben wir unser Verhältnis zur Bibel reflektiert. Hat sich etwas geändert? Ist es für mich jetzt einfacher, in der Bibel zu lesen, sie zu verstehen? Habe ich besseren Zugang zur Bibel durch die Darstellung von Szenen als Bibliodrama z.B…

Gegen 10.30 machten wir uns auf den Heimweg zurück nach Münster. Mit dem Lied: Komm Schöpfer Geist…läuteten wir das bevorstehende Pfingstfest ein. Unterwegs beteten wir für eine gute Rück-fahrt, danach zwei Gesätze des Rosenkranzes. Im Anschluss daran folgte eine Meditation zum Bibeltext „Pfingsten“ nach dem Johannes-Evangelium 20, 19-23. Jeder versuchte in Stille, diesen Text nach den Schritten „Bibel teilen“ zu meditieren. Der Austausch zu dieser Bibelstelle schloss sich an. Nach der Ankunft im Mutterhaus der Franziskanerinnen in Münster konnten wir zunächst ein sehr leckeres Mittagessen genießen. Danach hielten wir in Anwesenheit von Pfarrer Beese Rückblick und Ausblick, der unsere Äußerungen sehr gut aufnahm. Mit einer abschließenden Meditation in der Mutterhauskirche gab er uns wertvolle Anregungen. „Was aber bleibt? Hat mich die Bibel neugierig ge-macht?“ Anhand von Bildern ging er den Weg Jesu noch einmal in der Kirche – Muttergottes mit dem Kind – Pieta, Maria mit ihrem toten Sohn – der heilige Josef und sein stilles Wirken – der Kreuzweg des Herrn durch diese Welt – der Tabernakel mit der Anwesenheit Jesu und der Zusage „Ich bin allezeit bei Euch.“

Danach fanden die Tage ihren Abschluss. „Wir haben herrliche Tage erlebt, viel über die Bibel und daran angelehnte Themen gehört und sie verinnerlicht, sehr liebe Menschen kennen gelernt und uns miteinander am Wasser der Weser in Bremerhaven und Umgebung sehr wohl gefühlt. Vielen Dank Schwester Adelharda, Schwester Cäcilia, Schwester Marieta und allen Mitreisenden für

Herrliche Wanderexerzitien mit der Bibel im Rucksack in Bremerhaven!

(Diesen Bericht verdanken wir unserer Teilnehmerin Frau Karin Gauxmann! Vielen Dank!)

03.05.2017
50 Jahre im Dienst für Kirche und Menschen

Pater Gisbert, Schwester Gordia und Schwester Patricia feiern ihr Goldenes Jubiläum

Ein bisschen aJubilareufgeregt sind sie schon, schließlich ist ihr Jubiläum ein ganz Besonderes: Vor 50 Jahren sind Schwester Gordia und Schwester Patricia in den Orden der Franziskanerinnen eingetreten. Vor 50 Jahren empfing Pater Gisbert die Priesterweihe. Sie freuen sich, diese Ereignisse gemeinsam mit Familie, Freunden, Mitschwestern und Mitbrüdern sowie den Hospitalmitarbeitern zu feiern. Im Gespräch mit den Dreien wird schnell klar: Sie lieben ihren Beruf, ihre Berufung und würden den Weg jederzeit wieder gehen: „Es ist ein besonderes Geschenk, dass wir das erleben dürfen“, sind sie sich einig. Eigentlich haben die drei Jubilare das Rentenalter schon erreicht. Aber sie freuen sich, noch im St. Franziskus-Hospital arbeiten zu können. „Es ist schön hier und es bereitet uns jeden Tag viel Freude, warum hätten wir dann mit 63 aufhören sollen?“.
Schwester Gordia lässt es seit einiger Zeit allerdings etwas ruhiger angehen: „Ich arbeite nur noch halbe Tage, um auch etwas Freizeit genießen zu können“. Ihre Tage sind aber trotzdem gut gefüllt. Sie steht bereits um 5.00 Uhr auf. „Ich könnte auch etwas länger liegen bleiben, aber ich starte den Tag gerne in Ruhe“. Um 6.30 Uhr ist Laudes, danach heilige Messe. Von 8.00 bis 11.30 Uhr hat sie Dienst an der Pforte, den Nachmittag verbringt Schwester Gordia gerne in der Natur. Nach dem Rosenkranzgebet, der Vesper und einem gemeinsamen Abendessen mit ihren Mitschwestern endet ihr Tag. Die gebürtige Schermbeckerin arbeitet seit mittlerweile 32 Jahren im St. Franziskus-Hospital. „Ich gehöre hier schon zum Inventar“, scherzt sie. Bevor sie 1993 ihre Arbeit an der Pforte aufgenommen hat, war sie OP-Schwester. „Das hat mir immer viel Freude bereitet. Nur die Nachtdienste waren nicht so schön, denn früher ging es danach direkt mit einer Frühschicht weiter“, erzählt Schwester Gordia.

Die Tage von Schwester Patricia sind ähnlich strukturiert, allerdings ist sie auch noch nachmittags im Dienst. Die gelernte Krankenschwester arbeitete 20 Jahre als Stationsleitung in der Orthopädie. Seit mittlerweile zehn Jahren begleitet und betreut sie als Seelsorgerin Patienten und ihre Angehörigen u.a. auf der Palliativstation. „Oft rede ich gar nicht viel, sondern bin einfach nur für die Menschen da, halte ihre Hände. Sie können bei mir loswerden, was immer sie auf dem Herzen haben“. Schwester Patricia ist häufig auch in der Hospitalkapelle anzutreffen. Das ist für sie ein Ort der Begegnung, der Tränen und Trauer, aber auch der Zuversicht. Sie drängt sich den Besuchern der Kapelle nicht auf, sondern versucht ihnen im Stillen das Gefühl zu vermitteln, nicht allein zu sein. Ihr Job kostet sie zwar viel Kraft, aber sie wird dadurch „jeden Tag beschenkt“. Wenn Menschen und Erlebnisse sie nicht loslassen, spricht sie mit den Kollegen der Seelsorge.

Der Austausch mit dem Team ist auch für Pater Gisbert sehr wichtig, um das Erlebte zu verarbeiten. Er wurde am 11. März 1967 zum Priester geweiht. Nachdem er zunächst in Süddeutschland eingesetzt wurde, führte ihn sein Weg Mitte der 70er Jahre nach Münster, wo er über 20 Jahre in der Raphaelsklinik als Seelsorger tätig war. 2001 begann er im St. Franziskus-Hospital, wo er seitdem mit viel Engagement im seelsorgerischen Team tätig ist. „Ich bin dankbar, dass Gott mir die Gabe, Priester zu sein, geschenkt hat und für die Menschen, die mich bisher begleitet haben und denen ich begegnen durfte“, erzählt Pater Gisbert. Der 78-Jährige hat feste Rituale. Wenn sein Wecker um 5.45 Uhr klingelt, schaltet er das Radio ein und hört die Morgenandacht. Danach macht er einige Übungen um sich fitzuhalten, frühstückt und beginnt um 9.00 Uhr den Besuch auf den Stationen. Sein Tag endet mit einem Gottesdienst um 18.15 Uhr – den Abend nutzt er meist, um auf den Tag zurückzublicken und das Positive festzuhalten. Frei hat er nur an Sonntagen, wenn der Gottesdienst beendet ist. Dann geht er gerne Wandern oder Radfahren. Allmählich macht er sich auch Gedanken um das Aufhören. Wann er seine Tätigkeit als Seelsorger beendet, hat er zwar noch nicht geplant, für die Zeit danach hat er aber schon Pläne: „Die Kultur ist in den letzten Jahren viel zu kurz gekommen, das soll sich ändern. Ich möchte wieder häufiger das Theater besuchen und ins Museum gehen“.

Neben den vielen einfühlsamen Gesprächen, die Pater Gisbert und Schwester Patricia täglich führen, sprechen sie Gebete mit und für die Patienten, bieten die Krankensalbung zu jeder Tages- und Nachtzeit an und erfüllen, wenn es möglich ist, die letzten Wünsche der Patienten. Neben den Patienten und ihren Angehörigen sind die Seelsorger auch für alle Mitarbeiter da. „Jeder erlebt während der Arbeit oder im privaten Umfeld manchmal schwierige Situationen. Die Mitarbeiter sind jederzeit bei uns und unseren Kollegen der Seelsorge willkommen, über ihre Belastung zu sprechen oder auch schöne Momente mit uns zu teilen“, betonen Beide.

Für die Zukunft wünschen sich die Jubilare vor allem Gesundheit, um noch möglichst lang für andere Menschen da sein zu können. „Ich wünsche mir außerdem innere Kraft, um die Jahre des Alterns zu bewältigen und bin froh, dass mich dabei gute Freunde begleiten“, schließt Pater Gisbert das Gespräch ab.

13.04.2017
20 Jahre TAUWERK Berlin

C778dIQXQAAw8EM Am 26.3.2017 konnten die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gemeinsam mit Vereinsmitgliedern und Kooperationspartnern auf das 20jährige Bestehen des Hospizdienstes zurückblicken. Bei der Feier, die vom Pressesprecher der Deutschen AIDS-Hilfe, Holger Wicht moderiert und von Tim Fischer und Rainer Bielfeldt musikalisch gestaltet wurde, machten zunächst Sr. Michaela Bank, Dr. Christel Weiler und Sr. M. Hannelore als geschäftsführende Vorstandsmitglieder in einem spirituellen Impuls deutlich, was es für den Hospizdienst bedeutet, den Menschen in seiner jeweiligen Einzigartigkeit in den Mittelpunkt der Arbeit zu stellen.

Anschließend schilderte einer der Ehrenamtlichen, Br. Antonius Mattulat OFS, wie er als pflegender Angehöriger seines Partners die Arbeit des TAUWERK erlebt hat. Die anfängliche Skepsis wich der Erfahrung verläßlicher Hilfe, was ihn nach dem Tod seines Mannes motivierte, sich selbst als Hospizhelfer im Team der derzeit 34 Ehrenamtlichen zu engagieren.

Selbstkritische wie auch ermutigende Worte über die AIDS-Hospizarbeit als Ausdruck von CARITAS fand die Diözesancaritasdirektorin Prof. Dr. Ulrike Kostka und nahm dabei das Spannungsfeld in den Blick, in dem sich kirchliches Engagement und die Lebenswelt vieler Betroffenen befinden.

Sr. M. Hiltrud und die Münsteraner Traditionsfigur des "Kiepenkerl" (verkörpert von Lothar Huesmann)

Sr. M. Hiltrud und die Münsteraner Traditionsfigur des „Kiepenkerl“ (verkörpert von Lothar Huesmann)

Sr. M. Hiltrud überbrachte Glückwünsche der Ordensleitung der Franziskanerinnen aus Münster. Sie wurde vom “Kiepenkerl” begleitet. Dieser brachte in der Kiepe, die er auf dem Rücken trug, die Anträge von Sr. M. Hannelore und Sr. M. Juvenalis aus dem Jahr 1991 mit, die schließlich zur Gründung des Hospizdienstes führten. Er hatte auch einen Zusammenschnitt verschiedener Videosequenzen dabei, durch die den Anwesenden nochmals in Bild und Ton Erfahrungen aus den 20 Jahren vor Augen gestellt wurde.

Mit der kleinen Broschüre “Letzte Hilfe”, die Katharina Wönne, Sr. Hannelore und Sr. Juvenalis dann der Kiepe entnehmen konnten, bedankten sich die drei als hauptamtliche Mitarbeiterinnen und in Vertretung des Vorstandes bei jedem der Gäste für die Unterstützung, die sie in der Arbeit des Dienstes immer wieder erfahren.

Beim abschließenden Buffet bot sich Gelegenheit zu vielen Begegnungen und Gesprächen, durch die das Fest in gemütlicher Atmosphäre seinen Abschluss fand.

(Copyright für alle Fotos der Feier: Walter Wetzler)

20.02.2017
Der Karnevalsprinz zu Gast im Mutterhaus

Karneval 2017Karneval 2017


Predigt zu Neujahr, Übertragung im DLF

Liebe Schwestern und Brüder hier in der Kirche, liebe Hörerinnen und Hörer!

Die Leseordnung stellt uns am Beginn des Jahres Maria vor Augen und zwar in einer ganz bestimmten Situation. Die Hirten kommen und erzählen, was ihnen über das Kind gesagt worden ist. Die Reaktion aller, die es hörten, so schreibt Lukas, war Staunen und Verwunderung. Nur von einer Person, von Maria wird mehr berichtet, sie wird durch ein „aber“ im Text deutlich von den anderen unterschieden und von ihr heißt es: Sie „bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach.“ Wichtig ist hier die Wortwahl, bei Maria ist es nicht nur Staunen über die Worte, sondern über alles, was geschehen war, d.h. die ganze Situation, wie sie sie erlebt hatte, alle Eindrücke, die auf sie eingeströmt waren, alles was sie bewegt hat, bewahrt sie und denkt darüber nach und zwar nicht im Kopf, sondern im Herzen. Das griechische Wort „symballein“, das Lukas verwendet und das die Einheitsübersetzung mit nachdenken wiedergibt, hat viele Bedeutungen. Nachdenken wird bei uns eher kopflastig verstanden. Deshalb wählen andere Übersetzungen z.B. „erwägen“ oder „in Gedanken bewegen“, um deutlich zu machen, dass ein ganzheitlicher Vorgang beschrieben ist, denn das Herz ist das Wort für die Mitte einer Person. Von der Mitte her nachdenken, d.h. mit Hirn und Herz, mit Verstand und mit Gefühl. Und Herz meint auch ganz tief und existenziell darüber nachdenken, nicht als Gedächtnissport, nicht als Spiel sondern im Innersten betroffen und bewegt über das Leben nachdenken mit der Hoffnung, dass dabei ein Licht aufgeht, eine Erkenntnis sich durchsetzt.

Das kann manchmal, auch kämpfen bedeuten, sich auseinandersetzen im Herzen, auch das ist eine Bedeutung des griechischen Wortes „symballein“.

Damit beschreibt Lukas das, was spätere Jahrhunderte Betrachtung oder Meditation nennen. Allerdings beschreibt es Lukas in der ursprünglichen Form ohne Aufwand, ohne Technik, ganz einfach und selbstverständlich.

Es ist kein Zufall, dass dieser Text der Hl. Schrift am Anfang des Jahres steht. In der Haltung Mariens wird deutlich, was im Leben, in diesem neuen Jahr, ein wichtiger Vorsatz wäre, nämlich sich in dieser Haltung des Nachdenkens im Herzen zu üben und sein Leben aus der Betrachtung der Ereignisse auf dem Hintergrund des Glaubens zu gestalten. Das bedeutet, nicht die Sinne zu betäuben, sondern hellwach alles aufzunehmen, was um uns geschieht, nicht nur äußerlich, nicht nur wie ein Computer die Daten registrierend, sondern innerlich schauend und hörend und riechend und tastend und schmeckend, mit dem Herzen, um das Wesentliche, das Wichtige zu erkennen.

Das heißt sensibel und empfindsam zu werden auch nach innen, in sich hineinhorchen, die Bewegungen des Herzens wahrzunehmen. Es heißt auch, ein Gespür zu entwickeln für meinen Körper und seine Reaktionen, die Wirkungen der Ereignisse erspüren.

Die Wahrnehmung wird dadurch erweitert und vertieft, man könnte von Bewusstseinserweiterung, nicht durch Drogen, sondern durch die geistliche Übung der Betrachtung, der Meditation sprechen.

Das alles nun aber nicht frei schwebend im Raum, zum Zeitvertreib, sondern zielgerichtet, denn es geht um die Gestaltung und Veränderung des Lebens. Maßstab für uns Christen ist das Leben und die Botschaft Jesu Christi. Also nicht einfach eine Nachdenklichkeit, sondern wie schon bei Maria ein Nachdenken über das Leben auf dem Hintergrund der Botschaft von der Menschwerdung Gottes, der Botschaft des Heils. Die Betrachtung des Lebens im Glauben ist die Herausforderung eines besonnenen und wachsamen christlichen Lebens. Aus diesem Bemühen erwachsen Erkenntnis, Kraft und Segen, eine Ahnung vom Reich Gottes und der Mut zur Veränderung.

Gerade in unserer derzeitigen Lage und im Blick auf die anstehenden politischen Entscheidungen und Wahlen in diesem Jahr, wünschte ich mir die beschriebene Haltung auch bei allen, die Verantwortung tragen in Politik, Gesellschaft und Kirche wie bei Bürgerinnen und Bürgern. Besonnenheit, Wachsamkeit und Nachdenklichkeit, keine Schnellschüsse, keine Parolen und dumpfen Sprüche. Unsere Wirklichkeit lässt sich nicht auf eine SMS oder Twitterbotschaft, auf eine Zeitungsüberschrift oder eine Parole auf Transparenten reduzieren, sie ist wesentlich komplizierter und jede Vereinfachung geht immer auf Kosten der Menschlichkeit in unserer Gesellschaft. Besonnenheit und Nachdenken ist nicht nur den Christinnen und Christen aufgetragen, sondern ist erste Bürgerpflicht, soll Demokratie entwickelt werden und nicht in Gefahr geraten.

Schwestern und Brüder, die frohe Botschaft des heutigen Tages wird so gewissermaßen zu einem Gebot der Stunde des beginnenden neuen Jahres: es gilt, die Ereignisse in unserem Leben, in unserer Gesellschaft ausreichend im Herzen zu erwägen, bevor jeder und jede von uns etwa politische Entscheidungen trifft oder ein Kreuz bei der Wahl macht. Halten sie dabei bitte immer präsent, dass es bei allen wichtigen politischen Entscheidungen immer um Menschen geht, um Schicksale und nicht um Statistiken, Zahlen oder gar Befindlichkeiten und Stimmungen.

Mir schiene dies der einzig sinnvolle Vorsatz am Beginn dieses Jahres, uns mehr um diese innere Erkenntnis zu bemühen, der Stille nicht auszuweichen und unser Herz wieder wahrzunehmen, denn, wie heißt es bei Saint-Exupery so richtig im Kleinen Prinzen: „Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ AMEN

Pater Michael Plattig O.Carm.


Predigt zu Heiligabend

Liebe Schwestern und Brüder,
als erste Lesung haben wir heute ein Stück aus der Vita Brevior des Thomas von Celano gehört, das aus seiner sog. ersten Lebensbeschreibung bekannte Ereignis von Greccio, wohl die erste Krippenfeier mit lebendigen Darstellern.
Diese Vita Brevior wurde erst 2015 entdeckt und bietet eine kürzere Fassung des Geschehens.
Darin wird von einem tugendhaften Mann erzählt, der eine Vision hatte. „Dieser sah“, so der Text, „ nämlich in der nämlichen Krippe ein lebloses Kind liegen, zu dem der Heilige Gottes (Franziskus) hinzutrat und es gleichsam wie aus tiefem Schlaf in kurzer Zeit aufweckte. Zu Recht erschienen Kind und Knäblein dem, der die Kindheit Christi von neuem ins Gedächtnis rief, denn durch seinen Diener wurde es ins Gedächtnis vieler zurück gebracht, in deren Herzen es in Vergessenheit geraten war.“
Damit unterstreicht die Geschichte den Sinn der jährlichen Weihnachtsfeier, die Auffrischung unserer Erinnerung, gleichsam die Wiederbelebung des schlafenden Kindes in der Krippe. Und dies geschieht, auch das kein Zufall, im Herzen als dem Zentrum des Menschen. Ins Gedächtnis rufen bedeutet nicht einfach, sich an eine Geschichte, an ein Ereignis zu erinnern im Sinne des Wissens, sondern Erinnerung im Herzen meint, sich der Bedeutung der erinnerten Geschichte gewahr zu werden. Bliebe es ein rein äußerliches Erinnern, bliebe das Kind ein schlafendes Kind oder wie in unserer Krippe eine Figur.
Wach und lebendig wird es erst, wenn im Herzen die Bedeutung dieses Kindes, seine Botschaft für mich deutlich wird.
Mir scheint, dass gerade heute im Jahr 2016 wo das Weihnachtsfest in Deutschland überschattet wird vom Terroranschlag in Berlin, diese Erinnerung im Herzen bedeutsam ist.
Was zeigt denn Gott mit seinem Handeln?
Er setzt ein Zeichen und wird als Kind geboren.
Hilflos und in Armut beginnt er sein Erlösungswerk.
Die ersten, die ihm begegnen sind nicht die Mächtigen, sondern arme Hirten.
Gott setzt der Gewalt die Hilflosigkeit und Hilfsbedürftigkeit eines Kindes entgegen, er begegnet der Macht mit Ohnmacht, der Rache mit Vergebung und dem Hass mit Barmherzigkeit.Er schickt eben nicht die himmlischen Streitkräfte, er kommt selbst und er kommt als Kind.
Und doch, das betont der Prophet Jesaja unüberhörbar, auf diesem Kind liegt die Hoffnung, die Herrschaft, es schafft Recht und Gerechtigkeit und sein Friede hat kein Ende.
Die dröhnenden Stiefel und die blutbefleckten Mäntel haben trotz allem keine Zukunft, sie werden ein Fraß des Feuers.
Am Ende siegt das Kind, das letzte Wort behält der sterbende Christus am Kreuz, die entscheidende Botschaft ist die des Lebens und nicht die des Todes.
Das ist die Hoffnung, die an Weihnachten wieder aufleuchtet und auch wenn es angesichts unserer Weltlage vage, vielleicht sogar utopisch scheint, haben wir am Ende keine andere Hoffnung als Jesaja, dass der leidenschaftliche Eifer des Herrn es vollbringen wird.
Und diese Hoffnung, und auch das ist doch verrückt, ruht auf einem Kind, einem der hilflosesten Geschöpfe der Schöpfung, die Hoffnung ruht auf den Schultern eines Neugeborenen.
Deutlicher könnte der Kontrast zu Gewalt und Terror, zu Machtdemonstration und militärischer Stärke nicht sein.
Und gerade deswegen, Schwestern und Brüder, gerade wegen dieses Kontrastes wirkt die Hoffnung gar nicht mehr so verrückt oder utopisch, denn was sollte am Ende wirklich den Frieden schaffen: Terror, Gewalt, Militär oder Ohnmacht, Vergebung, Barmherzigkeit?
Die Engel Gottes, die himmlischen Heerscharen, jedenfalls singen beim Kind in der Krippe: „Verherrlicht ist Gott in der Höhe, und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade.“
Möge dieses Kind wieder erwachen und lebendig werden in unseren Herzen, damit der Friede eine Chance hat. AMEN
Pater Michael Plattig OCarm

 


Projektgruppe „Christliches-Franziskanisches-Profil“ erhält Auszeichnung!

Nationale Auszeichnung für St. Franziskus-Hospital

Projektgruppe „Christlich-Franziskanischen Profil“ gewinnt begehrten „Human Resources Excellence Award“

Münster, 14. Dezember. Die Projektgruppe „Christlich-Franziskanisches Profil“ des St. Franziskus-Hospitals Münster wurde in Berlin mit dem Human Resources Excellence Award 2016 (HREA) in der Kategorie „Kultur und Werte/Mitarbeiterengagement“ ausgezeichnet. 450 Unternehmen verschiedenster Branchen aus ganz Deutschland, darunter viele große, international tätige Unternehmen, hatten sich für den HREA beworben, mit dem bereits zum fünften Mal Leuchtturmprojekte in der Personalarbeit geehrt wurden. „Wir gratulieren der Projektgruppe ganz herzlich und freuen uns sehr mit den Mitgliedern über diesen großen Erfolg“, sagt Burkhard Nolte, Geschäftsführer des St. Franziskus-Hospitals, im Namen des Direktoriums. „Das große Engagement der Projektgruppe trägt dazu bei, die spirituellen Angebote im St. Franziskus-Hospital sichtbarer zu machen und die Identifikation und Werteorientierung unserer Mitarbeitenden zu stärken.“

Vor dem Hintergrund der großen ökonomischen Herausforderungen im Gesundheitswesen und der zunehmenden Säkularisierung der Gesellschaft hat sich das St. Franziskus-Hospital Münster als katholisches Krankenhaus das Ziel gesetzt, im Wettbewerb um die besten Mitarbeitenden den „Mehrwert“ seiner konfessionellen Trägerschaft noch stärker erlebbar zu machen. Für die strategische und operative Umsetzung wurde vor zwei Jahren die Projektgruppe „Christlich-Franziskanisches Profil“ mit Mitarbeitenden aus verschiedensten Berufsgruppen und Funktionsbereichen gegründet. Ziel der Projektgruppe ist es, auf Basis des bestehenden Leitbildes Maßnahmen zu entwickeln, die das Engagement der Mitarbeitenden sowie ihre Identifikation mit dem Haus stärken – und damit auch die Attraktivität des St. Franziskus-Hospitals als Arbeitgeber. So startete im Januar 2016 im Sinne der Mitarbeiterfürsorge die „Betriebliche Sozialberatung“ als Anlaufstelle für Mitarbeitende in Krisensituationen. Außerdem entwickelte die Projektgruppe das neue Veranstaltungsformat der „FranziskusZeiten“, bei denen die spirituelle Tradition des Hauses verknüpft wird mit interessanten Gemeinschaftserlebnissen in der Freizeit. Um auf diese Veranstaltungen sowie die schon bestehenden vielfältigen spirituellen Angebote des Hauses aufmerksam zu machen, hat die Projektgruppe außerdem eine neue Broschüre erstellt, das „Programm!“, das dreimal jährlich erscheint.

Bereits im September hatte sich die Projektgruppe um den HREA beworben; Mitte November erhielt sie die Nachricht über die Nominierung. „Angesichts der großen Bewerberzahl war bereits das eine große Auszeichnung“, freut sich die Projektgruppe. Die Entscheidung für die Erstplatzierung fiel am 2. Dezember bei einer Wettbewerbspräsentation im Quadriga Forum in Berlin: Ganze acht Minuten Zeit hatten Dr. Ulrike Teßarek (Netzwerkmanagement) und Gerold Gesing (Seelsorgeteam), um die Entstehung und die Leistungen der Projektgruppe vor einer fünfköpfigen Jury aus Personalverantwortlichen großer Unternehmen zu erläutern. Dass diese Darstellung überzeugt hatte, erfuhren die beiden wenig später auf der festlichen Preisverleihung: Bei einer Abend-Gala im Tipi am Kanzleramt nahmen sie im Namen der Projektgruppe den Award entgegen. „Die Ehrung hat uns gezeigt, dass christliche Werte in der Unternehmenskultur gewürdigt werden und dass unsere Gruppe einen wichtigen Beitrag zur Personalentwicklung leistet“, freuen sich Gerold Gesing und Dr. Ulrike Teßarek.

Für die Projektgruppe gefreut haben sich auch die Mauritzer Franziskanerinnen, die vor 24 Jahren aus Münster nach Berlin gegangen sind und dort den ambulanten Hospizdienst „Tauwerk e.V.“ ins Leben gerufen haben: Bei ihnen waren die Mitarbeitenden des St. Franziskus-Hospitals am Wochenende der Preisverleihung zu Gast.

Auszeichnung St. Franziskus-Hospital Franziskanerinnen Berlin

6.12.2016
Böhmische Hirtenmesse